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Francobollo feiern das Leben

Gelungenes Debüt

Francobollo
Geschrieben am 14. August 2017

Berlin (dpa) - Was passiert, wenn sich talentierte und risikofreudige Jungs aufmachen, die Indie-Welt zu erobern, zeigt «Long Live Life», das erste Album von «Francobollo», auf beglückende Art.

Die bei Cargo Records unter Vertrag stehende Band hat Ende 2016 erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Mit ihrer EP «Wonderful» und dem dazu passenden Clip, bei dem ein eifersüchtiges Schamhaarknäuel im Mittelpunkt steht, gewannen sie sowohl Sympathien als auch Airplay bei verschiedenen Stationen im Vereinigten Königreich. Für das Video wurden unter anderem der Regisseur Christopher Watson-Wood (Produktionskollektiv Mad Ruffian) sowie Produzent Charlie Andrew gewonnen. Letzterer hat immerhin schon einige wichtige Preise für seine Arbeit erhalten, etwa den renommierten Brit Award.

«Francobollo» klingen wie bekannte Indie-Pop-Größen der 1990er und frühen 2000er Jahre. Weezer, Pavement und Grandaddy standen laut Cargo Records Pate für den anfangs merkwürdigen, später aber sehr eingängigen Sound der Band. Vergleichbar mit modernen Vertretern der Zunft wären die Schweden mit Tame Impala oder Jim James, was vor allem an der markanten Stimme von Sänger Simon Nilsson liegt.

Dazu scheut sich «Francobollo» nicht davor, einen Mix aus strengen Tempowechseln, harten Brüchen und zerrigem Gitarrensound zu spielen. Kein Song endet, wie er begann; konsequent ist bei dieser Band vor allem die Inkonsequenz. Was mit Tempo und Lautstärke beginnt, endet mit leisen, fast schüchternen Tönen; was eine Ballade zu werden verspricht, steigert sich mit der Zeit zu einem energisch rollenden und von Drums und harten Riffs getragenen Rocksong.

Sinnbildlich für die Musik der Schweden steht das Cover von «Long Live Life»: Anleihen von Monty Python sind eindeutig auszumachen. Der bunte Genremix, der sowohl eine Aufnahme eines Ausschnitts des Weltalls, die Sphinx, ein aus allen möglichen Gegenständen bestehendes Haus, ein Gesicht, eine Kuh und noch viele weitere Details enthält, gibt die musikalische Richtung dieses Debüts vor.

Dabei laufen «Francobollo» aber nicht Gefahr, enervierend oder gekünstelt zu erscheinen. Der Sound klingt ebenso ehrlich wie die Stimme Nilssons, das ganze Konzept wirkt ausgereift und überzeugend.

Mit «Long Live Life» werden sich die vier Musiker in Deutschland einen Namen machen, auf weiteres Material darf mit Spannung gewartet werden.

Cargo Records


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