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Promi-Geburtstag vom 15. April 2018: Claudia Cardinale

Filmdiva?

Claudia Cardinale
Geschrieben am 15. April 2018

Rom (dpa) - Gina Lollobrigida, Sophia Loren und....? War da noch wer? Ja, Claudia Cardinale. Die drei bilden das Dreigestirn der italienischen Filmdiven der 60er Jahre. Doch Cardinale ist international die weniger bekannte geblieben.

Derweil hat «CC» alles, was die anderen auch haben: Sie wurde als Sexsymbol gefeiert, hat den Weg nach Hollywood geschafft, spielte mit allen wichtigen Schauspielern ihrer Zeit und verkörperte den Traum eines jeden Mannes.

Heute wird sie 80 Jahre alt - in Zeiten der «#Metoo»-Debatte über ihren Lebenslauf zu schreiben, hat einen seltsamen Beigeschmack: Die Taillengröße, der Busenumfang, der Augenaufschlag, die Anzahl der Männer, die sie begehrten - das sind die Kriterien, nach denen die Frauen bewertet wurden. Heute riecht das nach Sexismus.

«Meine Persönlichkeit war zum Glück immer stark genug, um sich auch von einer Horde wilder Männer am Set nicht einschüchtern zu lassen», sagte Cardinale einmal in einem Interview. Ihre Verehrer habe sie «reihenweise abblitzen lassen, der hartnäckigste von ihnen war Marcello Mastroianni». Auch Marlon Brando habe ihr nachgestellt und vergeblich versucht, sie in einem Hotel zu verführen.

Und über Alain Delon berichtete sie erst vor wenigen Tagen bei einer Veranstaltung in Neapel: «Als wir zuende gedreht haben, gab es eine Schlange von Männern und Frauen, die mit ihm ins Bett wollten.» Sie hingegen sei selbst dem französischen Star nicht verfallen. Ihre große Liebe sei immer ihr Partner, der Regisseur Pasquale Squitieri, gewesen, mit dem sie auch eine gemeinsame Tochter hat.

Undenkbar, dass nach dem Skandal über sexuelle Belästigungen in Hollywood jüngere Schauspielerinnen so leichtfertig über derartige Themen plaudern. Und Cardinales Geschichte als Frau in der Filmwelt hat auch düstere Seiten. Als Tochter sizilianischer Auswanderer wuchs sie in Tunesien auf. In ihrer Autobiografie erzählte Cardinale, dass sie dort als Jugendliche von einem Unbekannten vergewaltigt und schwanger wurde. Ihr damaliger Partner, der Produzent Franco Cristaldi, habe die Schwangerschaft geheim halten wollen. So wurde ihr Sohn jahrelang als ihr kleiner Bruder ausgegeben. «Cristaldi war sicher ein großer Produzent, aber auf privater Ebene ... besser übergehen.»

Ihre Karriere war da schon am laufen, und die war für den Produzenten wichtiger. Begonnen hatte alles auf einem Schönheitswettbewerb. Allerdings war Cardinale damals gar keine Teilnehmerin, sondern wurde aus dem Publikum heraus als schönste Italienerin Tunesiens gekürt. Als Preis winkte eine Reise zum Filmfest in Venedig, aber Cardinale wollte eigentlich Grundschullehrerin werden.

Doch weil Stars wie Loren und Lollobrigida schon im Ausland drehten, musste in Italien Ersatz her. Der große Erfolg kam Anfang der 60er Jahre mit Luchino Viscontis «Rocco und seine Brüder» und dann natürlich mit «Der Leopard», in dem sie mit Delon drehte.

Auch Federico Fellini wollte sie für seinen Film «8 1/2», in dem sie zusammen mit Mastroianni auftrat. Visconti vs. Fellini, ein Drama: «Sie haben es gehasst, dass sie mich teilen mussten. Denn die beiden Filme wurden gleichzeitig gedreht.» So pendelte sie zwischen den Sets und musste sich permanent die Haare färben. «Fellini wollte sie blond, Visconti hingegen pechschwarz.» Mit dem Western-Klassiker «Spiel mir das Lied vom Tod» sicherte sie sich endgültig einen Platz in der Filmgeschichte.

Doch an diese großen Erfolge konnte sie nicht anschließen, auch wenn sie später noch mit Frankreichs Sexsymbol Brigitte Bardot in «Petroleum-Miezen» spielte. Der sei «zum Kampf 'BB' gegen 'CC' hochstilisiert» worden, so Cardinale. «Dutzende Paparazzi lauerten am Set, weil sie hofften, wir würden uns gegenseitig zerfleischen. Doch wider Erwarten haben wir uns glänzend verstanden.»

Im Gegensatz zu Bardot macht Claudia Cardinale heute kaum Schlagzeilen. Zu ihrem bevorstehenden 80. Geburtstag sagte sie zuletzt: «Ich habe nie mein Alter versteckt, ich war nie und ich werde nie eine Diva sein. Ich bin eine normale Frau.»


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