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Djukanovic triumphiert bei Präsidentenwahl in Montenegro

Knapp 54 Prozent der Stimmen

Jubel in der Wahlnacht
Geschrieben am 16. April 2018

Podgorica (dpa) - Milo Djukanovic hat die Präsidentenwahl im kleinen Adriastaat Montenegro klar für sich entschieden. Der seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten entweder als Regierungs- oder Staatschef amtierende 56-Jährige kam nach Hochrechnungen der Wahlforschungsgruppe Cemi vom Sonntagabend auf knapp 54 Prozent der Stimmen.

Und damit schon im ersten Wahlgang deutlich auf die erforderliche absolute Mehrheit. Bei der zersplitterten Opposition, die mit sechs Kandidaten angetreten war, erreichte Mladen Bojanic mit 33 Prozent den zweiten Platz.

Die staatliche Wahlkommission ließ mit dem Ergebnis der Auszählung auf sich warten. Obwohl nur 345.000 Wahlzettel abgegeben worden waren (64 Prozent der Stimmberechtigten), hatte die Kommission drei Stunden nach Schließung der Wahllokale erst gut die Hälfte der Stimmzettel ausgezählt. Auch hier kam Djukanovic mit deutlich über 55 Prozent klar auf den ersten Platz. Ein vorläufiges amtliches Endergebnis wird erst im Laufe des Montags erwartet.

Der 56-jährige Djukanovic war mit wenigen Ausnahmen seit 1991 entweder Regierungs- oder Staatschef des Ministaates mit nur 620.000 Einwohnern. Außerdem führt er die sozialistische Regierungspartei. Die Opposition wirft ihm seit langem vor, Montenegro wie seinen Familienbesitz zu führen. Er herrsche autoritär und habe sein Millionenvermögen auf zweifelhafte Weise mit seiner Nähe zur Mafia aufgebaut.

«Dieses Resultat ist so überzeugend und übermächtig, dass Sie ihre politischen Standpunkte übeprüfen sollten», sagte Djukanovic vor jubelnden Anhängern mit Blick auf die Opposition: «Wir sind eine unbesiegbare Koalition». Der unterlegene Bojanic weigerte sich, dem Sieger zu gratulieren. «Ich bin stolz auf dieses Resultat», sagte der Zweite. Er werde weiter gegen die Herrschaft von Djukanovic kämpfen, kündigte er an.

Für die USA und die EU bleibt Djukanovic trotz aller Kritik der wichtigste Ansprechpartner. Er stehe für die Westbindung seines Landes, wird diese Unterstützung begründet. Der politische Übervater hatte Montenegro im letzten Jahr trotz erbitterten Widerstandes des einstigen Verbündeten Russland in die Nato geführt. Brüssel hat einen EU-Beitritt für 2025 in Aussicht gestellt.

In der Vergangenheit hatte Djukanovic mit seinen Sozialisten bei Kommunalwahlen wichtige Städte im Land verloren. Im nächsten Monat stehen die Gemeindewahlen in der Hauptstadt Podgorica an, wo sich die Opposition bessere Chancen ausrechnet. Auch in seiner eigenen Partei ist der bisher starke Mann inzwischen nicht mehr unumstritten. Er werde mit dem Präsidentenamt versuchen, einen weiteren drohenden Machtverfall zu stoppen, erwarteten die meisten Kommentatoren des Landes.


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