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Japan und China wollen Beziehungen verbessern

Nach acht Jahren Pause

Wang Yi und Shinzo Abe
Geschrieben am 16. April 2018

Tokio (dpa) - Japan und China haben nach fast acht Jahren Pause ihren Wirtschaftsdialog wieder aufgenommen. Angesichts der wachsenden wirtschaftlichen Rolle, die beide Länder regional wie auch global ausüben könnten, seien «neue Perspektiven» nötig.

Das sagte der japanische Außenminister Taro Kono laut japanischen Medienberichten zum Auftakt der eintägigen Gespräche in Tokio. Die Wiederaufnahme der Spitzengespräche zwischen den beiden asiatischen Wirtschaftsmächten gilt als Zeichen für eine Verbesserung der Beziehungen, die lange Zeit wegen Territorialstreitigkeiten sowie Japans Umgang mit seiner Kriegsvergangenheit belastet waren. Zuletzt hatten sich beide Länder 2010 zu ihrem Wirtschaftsdialog getroffen.

Der chinesische Außenminister Wang Yi, der zusammen mit seinem Kollegen Kono den Gesprächen vorsitzt, sagte, China hoffe, den Dialog mit Japan über eine wirtschaftliche Kooperation «zu vertiefen». So verständigten sich die beiden Außenminister in Tokio auch darauf, gegenseitige Besuche ihrer Regierungsspitzen zu arrangieren. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe soll nach China kommen und im Gegenzug Chinas Staatspräsident Xi Jinping nach Japan. Die Wiederannäherung der Nachbarstaaten erfolgt zu einer Zeit, in der die Handelsbeziehungen zwischen China und Japans Schutzmacht USA zunehmend angespannt sind.

US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt, wovon sowohl China als auch Japan betroffen sind. Japans Regierungschef Abe reist diese Woche in die USA, um sowohl über Handelsfragen wie auch über Trumps erwartetes Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu sprechen.

Japan wollte den Wirtschaftsdialog mit China laut Medien auch nutzen, um die Bedeutung von freiem Handel, basierend auf den Regeln der Welthandelsorganisation WTO, zu betonen. China hoffe zudem auf Japans Unterstützung für sein Projekt einer «Neuen Seidenstraße», hieß es. Peking plant dabei den Aufbau von Handels- und Wirtschaftskorridoren zwischen China und Europa, Afrika oder auch Lateinamerika.


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